Wir kennen uns, seit wir klein sind. Justus und Lucas sind seit der Grundschule beste Freunde, Amelie ist Justus' ältere Schwester, und weil sich auch unsere Familien gut verstehen, fahren wir regelmäßig zusammen in den Urlaub. Auf einer dieser Fahrten passierte das, was wahrscheinlich jeder kennt: Eigentlich wollten wir für die nächste Arbeit lernen. Stattdessen hingen wir am Ende doch alle wieder am Handy.
Irgendwann fiel uns auf, wie widersinnig das eigentlich ist. Der Vorsatz war da, das Handy auch, und trotzdem gewann am Ende jedes Mal der Feed. Genau aus diesem Moment kam die Frage, aus der später Stumdy wurde.
Was wäre, wenn sich eine Social-Media-App erst öffnet, nachdem man ein paar Vokabeln gelernt hat?
Aus einer Schnapsidee wird ein Plan
Statt es bei der Idee zu belassen, haben wir sie ernst genommen. Wir meldeten uns beim bundesweiten Gründerwettbewerb Jugend gründet an und trafen uns von da an fast jede Woche, meistens online, manchmal abends zusammen am Tisch. Jeder von uns übernahm einen Bereich: Lucas kümmerte sich um die Konkurrenz auf dem Markt, Justus um die Finanzen und Amelie um die technische Umsetzung.
Programmierprofis sind wir keine, das geben wir offen zu. Das meiste haben wir uns selbst beigebracht, mit viel Ausprobieren und ein paar Hilfsmitteln. Aber Schritt für Schritt wurde aus der Idee ein richtiger Businessplan und schließlich ein erster Prototyp, den wir uns tatsächlich auf unsere eigenen Handys luden.
Plötzlich unter den besten Zehn
Als die Einladung zum Pitch-Event kam, hielten wir sie zuerst tatsächlich für einen Betrugsversuch. War sie aber nicht. Aus über tausend Schülerteams hatten wir es unter die besten zehn geschafft und durften unsere Idee Ende März in Berlin vor einer Jury vorstellen, zu Gast beim Unternehmen McKinsey.
Drei Minuten Zeit für den Pitch, danach die Fragen der Jury. Wir waren ziemlich nervös, schließlich hatten viele andere Teams an ihren Schulen eigens Zeit für ihr Projekt freigeräumt bekommen. Wir nicht. Fürs Treppchen hat es am Ende nicht gereicht, aber das Feedback war eindeutig: Die Idee trägt. Und weil wir ohnehin schon in Berlin waren, haben wir uns die Stadt gleich noch angeschaut.
Einfach wir drei
Hinter Stumdy steckt keine anonyme Firma, sondern einfach wir drei. Lucas und Justus stehen zusammen auf dem Basketballfeld. Dass ausgerechnet wir eine App gegen das gedankenlose Scrollen bauen, hat einen einfachen Grund. Wir kennen das Problem aus unserem eigenen Alltag.
Und jetzt?
Für die professionelle Entwicklung auf Premium-Niveau haben wir uns einen erfahrenen Entwickler mit ins Boot geholt. Das Ziel ist aber dasselbe geblieben wie damals auf der Autofahrt: eine App, die aus dem schnellen Griff zum Handy einen kurzen Lernmoment macht. Und der vielleicht beste Grund, warum wir drangeblieben sind, ist ganz einfach. Wir bauen Stumdy nicht für irgendjemanden. Wir wollen es selbst nutzen.
Wie es weitergeht? Zum Schuljahresstart 2026 soll Stumdy fertig sein und zum Download bereitstehen.
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